Robotic Recarpentry
An der Schnittstelle von zimmermannsmäßiger Tradition untersucht Robotic Recarpentry neue bauliche Nutzungsstrategien für Holz jenseits industrieller Verwertungslogiken. Die konventionelle Verarbeitungskette wird dabei kritisch hinterfragt — wiederverwendetes wie unverarbeitetes Holz wird nicht als Kompromiss begriffen, sondern als Ausgangspunkt präziser Entwurfs- und Fertigungsstrategien. In iterativen Prozessen aus 3D-Erfassung, parametrischer Simulation und robotischer Bearbeitung entwickeln Studierende individuelle Workflows des Reparierens, Erneuerns und Fortschreibens. Bestandsmaterial wird gescannt, analysiert und in spezifische Reparaturgeometrien und Bauteilentwürfe übersetzt — traditionelle Fügepraktiken neu interpretiert durch datenbasierte Methoden. Dabei entstehen nicht nur Entwürfe, sondern Open Source Anwendungen für jede und jeden mit Zugang zu Material und einem Makerspace – ein experimentelles Labor einer bewussten, lokalen und zirkulären Baukultur — zwischen Carpentry und Code, zwischen Bestand und Spekulation.
